Neujahrsansprache: Fadenscheinige Waschlappen
Januar 2, 2012 in Gedanken, Nonsense-Mic, Politik, Vom Wahnsinn gezeichnet
Liebe Zuseherinnen und Zuseher!
Das Jahr 2011 ist zu Ende gegangen, und wir blicken hoffnungsvoll auf das vor uns liegende neue Jahr 2012 – und anlässlich so eines Jahreswechsels ist es doch üblich, kurz Rückschau zu halten auf das vergangene Jahr, auf die Schicksalsschläge, die Krisen, die vergebenen Chancen, kurz – auf die ganze Scheiße, die wir hinter uns lassen – nur um 2012 das ganze von vorne wieder anzufangen.
Und zu so einem Jahreswechsel ist es doch auch üblich, sich Vorsätze vorzusetzen, also – sich etwas vorzunehmen, dass man 2012 besser oder anders machen möchte als zuvor.
Und so habe auch ich mir für dieses neue Jahr 2012 so einiges vorgenommen. Ganz oben auf meiner vornehmen Liste steht für dieses Jahr: Sparen. Sparen, sparen, sparen, in Zeiten der Wirtschafts- und Euro-Krise ist das Wort Sparen ja in aller Munde wie das Hungertuch, an dem wir nagen.
Ich muss sparen, alle müssen sparen, auch die Republik Österreich muss sparen – also die Regierung muss sparen. Natürlich nennen sie das nicht Sparen sondern … Schuldenbremse. Oder sozialverträgliche Vermögensumschichtung. Oder Sozialpartnerschaft. Irgendwas soziales halt, damit es besser klingt und uns nicht so schwer im Magen liegt. Und das ist auch ganz logisch, dass die Regierung spart, gerade in Krisenzeiten ist es ja besonders wichtig, möglichst wenig Geld in die Hand zu nehmen und auf keinen Fall Wirtschaftsimpulse zu setzen, weil das ja klarerweise kontraproduktiv ist.
Sparen also. Was will ich mir 2012 sparen? Na ja, vor allem mal Steuern und Abgaben. Braucht kein Mensch, das Zeug. Also … Lohnsteuer zum Beispiel. Spar ich mir 2012. Ich arbeit halt einfach nichts mehr – schon spar ich mir die Lohnsteuer.
Und Grundsteuer. Ich mache alles nur noch ohne Grund, und spar mir die auch. Und wenn mal der Finanzbeamte nachfragt, warum ich denn keine Lohnsteuer zahle, kann ich sagen: „Aus keinem bestimmten Grund“, und damit wäre das dann auch geklärt.
Was kann ich mir noch sparen? Die ORF-Gebühr zum Beispiel. Die kann ich mir auch sparen. Ich hab weder einen Fernseher, noch einen Radio, kein Autoradio, keinen Radiowecker, keinen DVBT-Stick oder sonst einen Rundfunkempfänger. So kann ich mir also auch die ORF-Gebühr sparen. Blöd wär’s nur, wenn das jeder so macht. Dann käme der Alexander Wrabetz wiederum in die Bredouille. Allerdings – auch der kann sich so einiges sparen. Den Pelinka zum Beispiel.
Was ich noch einspare ist Duschgel. Benutz ich schon lang keines mehr, ich dusche nur noch mit einer Shampoo-Duschgel-Kombination. Reicht auch. Und schafft auch mehr „personal space“. Dafür hab ich so einen alten nassen Fetzen, so einen Waschhandschuh, so einen Waschlappen, mit dem ich mir die … intimen … Bereiche … also … abrubbel.
Mein Waschlappen ist allerdings schon ziemlich fadenscheinig. So was gibt’s ja auch in der Politik. Waschlappen. Mein Waschlappen heißt zum Beispiel Werner. Und fadenscheiniges gibt’s in der Politik auch. So was wie der Social Media Auftritt des Bundeskanzlers.
Fadenscheinige Waschlappen, alle. Und wenn der Werner nicht aufpasst, dann wird sich die SPÖ den auch bald sparen.
In diesem Sinne – ein gutes 2012.
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