Antwort auf Walter Wippersbergs Beitrag im “Standard” über ACTA

Februar 16, 2012 in Gedanken, Kunst und Kultur, Musiknews, Politik, Sprach-Los, Vom Wahnsinn gezeichnet

Es folgt eine wortgenaue, exakte Wiedergabe des Beitrags von Walter Wippersberg für die Tageszeitung Der Standard vom 16. Februar 2012. Das Original ist auch in der Online-Ausgabe erreichbar unter: http://derstandard.at/1328507868368/Gegen-Gratiskultur-im-Internet-Streitobjekt-Urheberrecht-Enteignung-ja-bitte.

Die exakte Wiedergabe des Textes geschieht in Form dieser Provokation als aktionskünstlerischer Beitrag zur Förderung des öffentlichen Diskurses über ein gesellschaftspolitisch und wirtschaftlich brisantes Thema.

Rest des Eintrags ansehen →

Ein alter Herr an einer Bushaltestelle

Februar 12, 2012 in Allgemeines, Gedanken, Sprach-Los, Vom Wahnsinn gezeichnet

Vor einiger Zeit ging ich an einem schönen Sommertag durch die Straßen von meiner Wohnung zu einer weiter entfernt gelegenen Bushaltestelle – da aufgrund von Bauarbeiten meine übliche Haltestelle nicht angefahren wurde.

Ich schlenderte also so vor mich hin, als ich zwei ins Gespräch vertiefte Herren gehobenen Alters am Straßenrand passierte. Ich ging an ihnen vorbei, und kam noch ein paar Schritte weit, als ich hinter mir die erheblich lautere Bemerkung hörte: “Grüßen kann heute auch niemand mehr.”

Wissend, dass damit ich gemeint war, drehte ich mich um, ging zu den beiden Herren  zurück, von denen mich einer – offenbar der Bemerker – unverblümt und unfreundlich anstarrte.

“Im Gegensatz zu Ihnen”, begann ich, “liegt mir absolut nichts daran, von völlig fremden Menschen auf der Straße angelabert zu werden – aber wenn Sie mich grüßen, grüße ich Sie gern zurück. Dreckige Kommentare aber im Vorbeigehen hinterrücks hinterherzupalavern – das können Sie sich sparen. Oder glauben Sie tatsächlich, dass Sie, nur weil Sie ein paar Jahre älter sind als ich, deshalb irgend etwas besonderes wären? Sparen Sie sich also Ihre blöden Hinterrückskommentare, sonst nehm ich die und steck Sie Ihnen hinten wieder rein.”

Sprachs, und setzte meinen Spaziergang erleichtert fort. Es gibt doch nichts schöneres, als einem dieser sich für etwas besseres haltenden Altvorderen mit ihrer eingebildeten Berechtigung zu Generalsuderei und Herumgemecker für einen Moment sprachlos zu machen.

Neujahrsansprache: Fadenscheinige Waschlappen

Januar 2, 2012 in Gedanken, Nonsense-Mic, Politik, Vom Wahnsinn gezeichnet

Liebe Zuseherinnen und Zuseher!

Das Jahr 2011 ist zu Ende gegangen, und wir blicken hoffnungsvoll auf das vor uns liegende neue Jahr 2012 – und anlässlich so eines Jahreswechsels ist es doch üblich, kurz Rückschau zu halten auf das vergangene Jahr, auf die Schicksalsschläge, die Krisen, die vergebenen Chancen, kurz – auf die ganze Scheiße, die wir hinter uns lassen – nur um 2012 das ganze von vorne wieder anzufangen.

Und zu so einem Jahreswechsel ist es doch auch üblich, sich Vorsätze vorzusetzen, also – sich etwas vorzunehmen, dass man 2012 besser oder anders machen möchte als zuvor.

Und so habe auch ich mir für dieses neue Jahr 2012 so einiges vorgenommen. Ganz oben auf meiner vornehmen Liste steht für dieses Jahr: Sparen. Sparen, sparen, sparen, in Zeiten der Wirtschafts- und Euro-Krise ist das Wort Sparen ja in aller Munde wie das Hungertuch, an dem wir nagen.

Ich muss sparen, alle müssen sparen, auch die Republik Österreich muss sparen – also die Regierung muss sparen. Natürlich nennen sie das nicht Sparen sondern … Schuldenbremse. Oder sozialverträgliche Vermögensumschichtung. Oder Sozialpartnerschaft. Irgendwas soziales halt, damit es besser klingt und uns nicht so schwer im Magen liegt. Und das ist auch ganz logisch, dass die Regierung spart, gerade in Krisenzeiten ist es ja besonders wichtig, möglichst wenig Geld in die Hand zu nehmen und auf keinen Fall Wirtschaftsimpulse zu setzen, weil das ja klarerweise kontraproduktiv ist.

Sparen also. Was will ich mir 2012 sparen? Na ja, vor allem mal Steuern und Abgaben. Braucht kein Mensch, das Zeug. Also … Lohnsteuer zum Beispiel. Spar ich mir 2012. Ich arbeit halt einfach nichts mehr – schon spar ich mir die Lohnsteuer.

Und Grundsteuer. Ich mache alles nur noch ohne Grund, und spar mir die auch. Und wenn mal der Finanzbeamte nachfragt, warum ich denn keine Lohnsteuer zahle, kann ich sagen: „Aus keinem bestimmten Grund“, und damit wäre das dann auch geklärt.

Was kann ich mir noch sparen? Die ORF-Gebühr zum Beispiel. Die kann ich mir auch sparen. Ich hab weder einen Fernseher, noch einen Radio, kein Autoradio, keinen Radiowecker, keinen DVBT-Stick oder sonst einen Rundfunkempfänger. So kann ich mir also auch die ORF-Gebühr sparen. Blöd wär’s nur, wenn das jeder so macht. Dann käme der Alexander Wrabetz wiederum in die Bredouille. Allerdings – auch der kann sich so einiges sparen. Den Pelinka zum Beispiel.

Was ich noch einspare ist Duschgel. Benutz ich schon lang keines mehr, ich dusche nur noch mit einer Shampoo-Duschgel-Kombination. Reicht auch. Und schafft auch mehr „personal space“. Dafür hab ich so einen alten nassen Fetzen, so einen Waschhandschuh, so einen Waschlappen, mit dem ich mir die … intimen … Bereiche … also … abrubbel.

Mein Waschlappen ist allerdings schon ziemlich fadenscheinig. So was gibt’s ja auch in der Politik. Waschlappen. Mein Waschlappen heißt zum Beispiel Werner. Und fadenscheiniges gibt’s in der Politik auch. So was wie der Social Media Auftritt des Bundeskanzlers.

Fadenscheinige Waschlappen, alle. Und wenn der Werner nicht aufpasst, dann wird sich die SPÖ den auch bald sparen.

In diesem Sinne – ein gutes 2012.

So rosig wie ein Tulpenbeet

Dezember 11, 2011 in Nonsense-Mic, Sprach-Los, Vom Wahnsinn gezeichnet

Liebe Zuseherinnen und Zuseher,

heute möchte ich mit Ihnen über die aktuelle Situation sprechen.

Zunächst scheint es mir wichtig, kurz festzuhalten, dass wir heute nur deshalb über unsere Gegenwart so sprechen können, wie wir es tun, weil sich in unserer Vergangenheit die Dinge so entwickelt haben, wie sie sich ja bis heute eben entwickelt haben.

Und das ist auch ganz klar, denn hätten sich die Dinge ab den 1920er Jahren nicht so entwickelt, wie sie es haben, dann wären wir heute in einer ganz anderen Situation, und folgerichtig würde die Zukunft, in die sich unsere Gegenwart hineinentwickelt, anders aussehen, als sie aussehen würde aufgrund der Tatsache der gegenwärtigen Entwicklungen, auch wenn wir heute natürlich noch nicht absehen können, wie sich die Zukunft für uns entwickeln wird.

In jedem Fall ist aber abschließend zu sagen, dass eines ganz klar ist: dass nämlich die Vergangenheit und die Gegenwart nur die Entwicklung zur Zukunft der Lage unserer Wahrscheinlichkeit ist, von der ausgehend wir unser Leben als soziale, politische, und ja – auch spirituelle Wesen in dieser Zeit, in der wir Leben, leben.

Als Schlusswort möchte ich noch ein Zitat von Professor Dr. Gunther von Fotzenstein in die Runde hineinwerfen, der sagte, anlässlich nämlich seiner Dankesrede zur Verleihung des Konrad-Adelhauser-Gedenkpreises 1958, wo er also sagte, und ich zitiere das jetzt, was er sagte:

“Es betrübt mich auch heute noch, festzustellen, dass die Zukunft der Ewig-Gestrigen auch gegenwärtig so rosig ist wie ein Tulpenbeet.”

Vielen Dank.

Geschichten aus Sankt Nimmerlein: Wie man das Geld unter den Armen verteilt

Januar 17, 2011 in Vom Wahnsinn gezeichnet

Es war einmal ein kleines Dorf namens Sankt Nimmerlein. Die Einwohner Sankt Nimmerleins waren brave Bürger, Bauern und Handwerker. Die Kirche war jeden Sonntag voll, und anschließend traf man sich samt Pfarrer und Bürgermeister im Gasthaus zum gemeinsamen Schweinsbraten.

Wenn nach so einem langen und anstrengenden Sonntag schön langsam die Bürger, Bauern und Handwerker die Gaststube verlassen haben, verbleiben Pfarrer und Bürgermeister samt ein paar ehrbaren Vertrauten im Gasthaus und setzen sich in ihrer Stube zusammen. Dort beraten sie dann gemeinsam, was für die nächste Woche alles geplant ist.

Und am Abend schließlich lässt der Bürgermeister noch zwei diskrete Packerl hervorholen und überreicht sie dem Pfarrer als Dank für die schöne Messe und für die Renovierung der schönen Orgel, und der Pfarrer überreicht dem Bürgermeister einen diskreten Umschlag mit einer Ansichtskarte von einem Kirchengrundstück, das schenkt er ihm auch gleich, als Dank für die Finanzierung der Renovierung der schönen Orgel, und der Pfarrer verteilt die beiden Packerl unter den Armen und wandert mit ihnen von dannen.

Comic: Der Ausschlag

September 29, 2010 in Vom Wahnsinn gezeichnet