Geschichten aus Sankt Nimmerlein: Wie man das Geld unter den Armen verteilt

Januar 17, 2011 in Vom Wahnsinn gezeichnet

Es war einmal ein kleines Dorf namens Sankt Nimmerlein. Die Einwohner Sankt Nimmerleins waren brave Bürger, Bauern und Handwerker. Die Kirche war jeden Sonntag voll, und anschließend traf man sich samt Pfarrer und Bürgermeister im Gasthaus zum gemeinsamen Schweinsbraten.

Wenn nach so einem langen und anstrengenden Sonntag schön langsam die Bürger, Bauern und Handwerker die Gaststube verlassen haben, verbleiben Pfarrer und Bürgermeister samt ein paar ehrbaren Vertrauten im Gasthaus und setzen sich in ihrer Stube zusammen. Dort beraten sie dann gemeinsam, was für die nächste Woche alles geplant ist.

Und am Abend schließlich lässt der Bürgermeister noch zwei diskrete Packerl hervorholen und überreicht sie dem Pfarrer als Dank für die schöne Messe und für die Renovierung der schönen Orgel, und der Pfarrer überreicht dem Bürgermeister einen diskreten Umschlag mit einer Ansichtskarte von einem Kirchengrundstück, das schenkt er ihm auch gleich, als Dank für die Finanzierung der Renovierung der schönen Orgel, und der Pfarrer verteilt die beiden Packerl unter den Armen und wandert mit ihnen von dannen.

Neues Jahr, rien ne vas plus

Januar 3, 2011 in Politik

Ein gutes Jahr beginnt mit Einsichten.

Neu sind sie zwar nicht, aber so aktuell wie am ersten Tag, die Einsichten, die Georg Schramm in seine als Kabarett getarnten Aufklärungsversuche verpackt. Kein anderer deutscher Kleinkünstler versteht es wie er, sprachgewaltig der sprachlosen Masse mal gehörig die Meinung zu tröten. Politik, Religion, Sozialstaat, Bildungspolitik – nichts und niemand ist vor Schramms entlarvenden Analysen sicher. Scharfsinnig seziert er Zusammenhänge, und verwandelt sie in hübsche kleine Portionen, die dem Zuseher dennoch im Halse stecken bleiben sollen. So wie hier:

Wie meine nicht vorhandene Armbanduhr die ÖBB vor meinem Zorn rettete

Dezember 7, 2010 in Allgemeines

Als Kind hatte ich die unangenehme Angewohnheit, meine Armbanduhren zu verlieren. Ich mochte das Gefühl dieser Armbänder nie, und nahm daher – sobald ich irgendwo länger herumsaß – immer meine Uhren ab. Mit dem Effekt, dass ich sie dann natürlich irgendwo vergaß und liegen ließ.

So ist es nicht verwunderlich, dass meine Altvorderen irgendwann aufgaben, mir Kinderuhren zu schenken. Die Zeit war mir ohnehin meistens ziemlich egal.

Uhrenlos – und übrigens auch mobiltelefonlos – ging ich lange Zeit durchs Leben. Selbst als Zivildiener hatte ich weder Uhr noch Mobiltelefon. Und eines Tages stellte sich auch heraus, dass das tatsächlich ein Glücksfall war.

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Die Sache mit den smarten Phones …

Dezember 7, 2010 in Allgemeines

Seit kurzem bin ich durchaus erfreuter Besitzer eines Samsung i9000 Galaxy S.

Es dauerte allerdings eine ganze Weile, meinen Computer – insbesondere Winamp – dazu zu bewegen, das Galaxy anzusprechen. Winamp hat nämlich die kuriose Angewohnheit, kommentarlos abzustürzen, wenn man das Galaxy an den Computer ansteckt, und es als Massenspeicher anmeldet (ein Verhalten, das man dann und wann sogar bei ganz ordinären USB-Sticks beobachten kann).

Gestern ist es mir doch gelungen, Winamp dazu zu bringen, das Samsung (als MTP Gerät angemeldet) als Gerät zu erkennen, und die darin enthaltene 16 GB Karte mit Musikstücken  zu befüllen.

Dabei lud sich das Samsung ja auch auf – über den USB Anschluss. Dumm nur, dass aus irgend einem Grund der Akku des Samsung über Nacht entleert hat.

Deshalb bin ich heute morgen erst um 6:19 aufgewacht, um 6:31 aus dem Haus!

Da habe ich also in nur 12 Minuten das volle Programm durchgemacht: aufstehen, duschen, Haare waschen, fönen, Zähne putzen, anziehen, und hatte danach immer noch genügend Zeit, mich ausgiebig darüber zu ärgern, dass meinem cleveren Smartphone in der Nacht der Saft ausging. Und mich daher auch nicht früher weckte …

Lance Black

Oktober 30, 2010 in Allgemeines

Comic: Der Ausschlag

September 29, 2010 in Vom Wahnsinn gezeichnet

Immer das Gleiche …

September 26, 2010 in Busgeschichten

Wertes Team,
werte Frau X.

Ich schreibe Ihnen heute voller Zorn.

Es ist die übliche Sache: Stadtverkehr St. Pölten, Linie 3, Missongasse nach Hauptbahnhof, Haltestelle Mariazellerstr. Stadteinwärts. Es ist der 23. September, kurz nach 17 Uhr. Der Bus kommt, befindet sich schon LANGE vor der Haltestelle auf der Abbiegespur, und fährt wieder einmal einfach vorbei. Dank der Sonne konnte ich zumindest sehen, dass der Fahrer nicht EINMAL zur Haltestelle geblickt hat.

Ich lasse mich dieses Mal nicht mehr mit einem “tut uns leid” abspeisen, sondern verlange, dass sich dieser Fahrer persönlich entschuldigt. Ich akzeptiere keine Ausflüchte mehr.

Was zur HÖLLE muss man eigentlich tun, damit die Busfahrer ihren JOB machen? Es ist ja nicht so, dass es sich bei dieser Haltestelle um eine “Naja, vielleicht, vielleicht auch nicht” Option handeln würde.

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Zwei fidele Präsidenten

September 17, 2010 in Politik

In Frankreich ist der Präsident
derzeit etwas kontrahent.
Der geifert, dass der Schaum ihm schon
vom Maul heraustropft. Und der Lohn:

Beleidigt wird er von dem andern
Präsident, nicht dem von Flandern,
sondern Castro, dem Fidel,
der sieht in ihm all Übels Quell

und richtet durch die Zeitung aus:
Deine Ideen, die sind ein Graus!
Wohl denen, die den Castro lieben -
denen geht’s gut – hier und drüben.

Die gar kurze Ballade vom Doktor Doktor

September 16, 2010 in Politik

Ein Bundeslandeinwohner kennt
doch wohl genau seinen Regent,
der – fragt man ihn, wie er heißt,
sich Doktor Doktor XX nennt,
weil er nun mal so heißt.

Der Doktor Doktor hat vor gar
nicht allzu langer Zeit sogar
einer Ministerin erklärt -
und stellte das für alle klar -
was sich nicht und sich gehört.

Da ging es wohl um Kompetenzen
zwischen Bund- und Ländergrenzen

und der Doktor Doktor sagte -
ohne allzuviel zu trenzen -
Dinge die sonst keiner wagte.

Doch der Doktor Doktor hat
beim Poltern stets ein gutes Blatt
weshalb – es ist auch zu versteh’n -
er hat halt Landesfürst-Format!
Das kam schon Pfarrern bös zu steh’n.

Denn ob nun Pfarrer, ob Minister,
der Doktor Doktor, gerne pisst er
aller Welt an aller Bein,
und schließlich macht das ja auch nichts,
denn schließlich soll das auch so sein.

Ich hab jetzt auch einen Stalker

September 16, 2010 in Gedanken

Vor einiger Zeit rief bei uns im Büro ein Herr an, der wissen wollte, ob es mich tatsächlich gibt. Von irgendwoher kannte er meinen Namen und wusste, wo ich arbeite – trotzdem wollte er sich offenbar telefonisch versichern, dass ich tatsächlich existent bin.

Heute hat derselbe Herr wieder angerufen, und mich gefragt, ich ich im Online-Standard unter meinem eigenen Namen poste. Ich bejate, und der Herr bedankte sich schnell “für die freundliche Auskunft” und legte wieder auf.

Großartig, mein erster eigener Stalker! Ich bin schon ganz aufgeregt. Dem muss ich jetzt natürlich auch etwas bieten …